Composite ULD

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Leichtbaucontainer für die Luftfracht

Mit dem Kooperationsprojekt „Composite ULD“ setzen sich die Unternehmen PaINet GmbH, Ing.-Büro Lang und P-D Aircraft Interieur GmbH sowie das Faserinstitut Bremen (FIBRE) und die Hochschule für Angewandte Wissenschaft Hamburg (HAW) zum Ziel, ein Leichtbau-Paletten-Container-System in Faserverbundwerkstoffbauweise und ein geeignetes Fertigungsverfahren zur Herstellung des Produkts für die Luftfracht zu entwickeln. Das Projekt wird über zwei Jahre aus Mitteln des Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) gefördert und hat ein Fördervolumen von rund 370.000 Euro. Ein entsprechender Antrag wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im April 2014 bewilligt.

Die besondere Herausforderung besteht darin, ein System zu entwickeln, welches besonders leicht, hoch belastbar und zugleich robust ist. Die Bodenpartie soll dabei sowohl als Palette als auch als Containerboden verwendet werden. Die angestrebte Gewichtseinsparung gegenüber bestehenden Systemen soll mindestens 20% bei Paletten betragen. Bei einem LD3-Container sollen ca. 40kg gegenüber einem herkömmlichen Ganzmetallcontainer (100kg) eingespart werden, was sich für das Cargo-Unternehmen in einer signifikanten Treibstoffkosteneinsparung auswirken würde.

Neben der geeigneten Werkstoffauswahl wird die Entwicklung des Fertigungsverfahrens der Bodenpartie mit Größen bis zu 3,2m x 2.5m (125“ x 96“) im Mittelpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten stehen. Ergänzend soll ein Reparatursystem (Material und Verfahren) für den Sandwichboden entwickelt werden, welches einfach und Vorort anwendbar ist.

Die Bodenpartie wird aus Ecken, Randprofilen und Bodenplatte bestehen. Für die Platten des Containerbodens und des Containeraufbaus sollen geeignete Laminate und Sandwiches gefunden werden. Dafür müssen entsprechende Prepregs entwickelt, für Versuchszwecke produziert und zu Laminaten und Sandwiches verpresst werden.Das Composite/Alu-Sandwich der Bodenplatte soll eine höhere Steifigkeit bieten, wodurch in der Praxis auf sogenannte Lastverteilerplatten verzichtet werden kann. Die hohe Steifigkeit des Verbundes wird die Gefahr des Verkantens im Frachtladesystem reduzieren. Dieses verringert Umschlagzeiten und erhöht gleichzeitig die Sicherheit. Wenn es möglich wird durch ein formschlüssiges Verpressen des Sandwichbodens mit den Rand- und Eckenprofile eine durchgängige Bodenebene ohne Stolperkante zu erreichen, wäre dies ein weiterer Vorteil gegenüber bestehenden Paletten mit Aluminiumblechbodenplatte. Ein formschlüssiges Kipp-Stecksystem soll die Verbindung zwischen Bodenpartie und Seitenwänden herstellen. Man erhält hierdurch flächige Belastungen und punktuelle Belastungen werden weitestgehend reduziert.

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Förderung